Home Of Accipitridae & Strigiformes

Viele Greifvogel- und Eulenarten gelten in Deutschland inzwischen als bedroht. Ein hoher und inzwischen auch regelmäßig nachgewiesener Verfolgungsdruck in Verbindung mit dem schwindenden Verlust geeigneter Lebensräume sind sicherlich die hauptsächlichen Faktoren in dieser negativen Entwicklung. Vermehrt werden Verluste und Rückgänge dokumentiert.

Exemplarisch wird auf diesen Seiten über die Bestände und Bruterfolge der im östlichen Hügelland von Schleswig-Holstein dominierenden Arten Mäusebussard, Rotmilan, Habicht, Uhu und dem Seeadler berichtet. Dies geschieht seit 2019 auf einer Referenzfläche von 125 km², die in dieser Form bisher nicht gesamtheitlich kartiert worden ist.

Im Rahmen dieser Kartierungen werden auch weitere Arten wie Rohrweihe, Wespenbussard, Sperber und Waldohreule angetroffen, allerdings nicht systematisch erfasst. 2020 erfolgte erstmal eine gesamtheitliche Kartierung des Kolkraben auf der Referenzfläche.

Erste knackscharfe Eindrücke aus der Blunkerbachniederung und entlang der Tensfelder Au sind in der im Aufbau befindlichen Galerie zu finden. Weitere Arten werden folgen. Bis dahin viel Freude an der frischen Luft und weiterhin schöne Beobachtungen.

Danke Spiegel TV & danke Hans !

Sehr positiv überrascht hat mich im August 2020 der Anruf von Gudrun Altrogge, die zwischenzeitlich für Spiegel TV eine umfängliche Reportage zu den vergifteten Rotmilanen in den Kreisen Segeberg und Plön seit 2018 produziert hat. Zusammen mit Hans Wirth ( Artenbeauftragter Rotmilan der OAG SH ) war es auch für mich eine Herzensangelegenheit, diesen Beitrag zu unterstützen. Die Ausstrahlung erfolgte am 21.09.2020.




Die vergifteten Rotmilane vom Blunkerback in 2018 waren der traurige Auftakt einer ganzen Serie von gezielten Tötungen, die sich nachweislich bis 2020 fortsetzten. Hier geht es zur Zusammenfassung der Ereignisse.




Wenn der Habicht den Rotmilan besucht

kann das für den Rotmilan leider tödlich enden. So auch in diesem Fall Ende Juni 2021 in der Gemeinde Wensin im Kreis Segeberg.
Bei der Routinekontrolle einer erfolgreichen Rotmilanbrut war es schnell ersichtlich, das der Nachwuchs prädiert worden ist. Von unten betrachtet waren lose Rotmilanfeder sichtbar, unter dem Nest gerupfte Federn. Diesen Standort hatte ich zuvor am 25.05.21 kontrolliert und konnte hierbei lediglich einen Jungvogel rufen hören. Es war mir zu diesem Zeitpunkt unklar, wieviele Jungvögel sich tatsächlich in dem Nest befanden.
Bei der Nachsuche ENde Juni fand ich dann leider einen weiteren toten Rotmilan am Boden. Dieser war zum Todeszeitpunkt in etwa 6 Wochen alt, unversehrt aber noch nicht flugfähig. Im weiteren Verlauf der Nachsuche fällt mir dann aus einer Buche ein kopfloses Blässhuhn direkt vor die Füße, gefolgt von einem schnellen Abflug eines Habichts. Natur kann so wunderbar sein !
Natürlich ist der Habicht als Täter lediglich eine Vermutung, jedoch eine sehr naheliegende. Demnach könnte der Habicht den jüngeren Rotmilan aus dem Nest geholt haben, der ältere ist bei dieser Attacke aus dem Nest gefallen oder abgeprungen. Am Boden angekommen, werden junge Rotmilane nicht mehr von den Altvögeln versorgt und verhungern oder werden Opfer von Raubsäugern. Weitere Szenarien sind ebenfalls denkbar, über den weiteren Verlauf dieses tradionellen Brutplatzes wird dann die Zukunft entscheiden. Das es sich um mindestens zwei junge Rotmilane gehandelt hat, konnte mittels Bergung der Überreste aus dem Nest durch einen Baumkletterer und anhand der dann vorliegenden Federn eindeutig geklärt werden. Totfunde, so bedauerlich sie auch sind, haben sich für mich immer als große Lernkurve erwiesen.
Danke an alle Beteiligten, die hier tatkräftig unterstützt haben !

















Wo ist eigentlich der Mäusebussard geblieben ?

Der Mäusebussard hat sich im Jahr 2021 zu einer echten Rarität entwickelt. War es in den vergangenen Jahren gar nicht möglich, ihn regelmäßig am Himmel zu übersehen, so freut man sich in diesem Sommer doch über die wenigen Sichtungen. Ich meine, das ich auch durch das Projekt zur ´Brutbestandserfassung des Mäusebussard´ einen sehr guten Überblick über die Brut- und Revierpaare im Gebiet entlang der Tensfelder Au habe und der Rückgang dieser Art ist schon sehr deutlich. Die nun im Juni anstehenden Brutplatzkontrollen werden dies ebenfalls untermauern.

Alle Mäusebussarde, die ich ab dem Frühjahr beobachten konnte, haben sich fast ausschließlich von Regenwürmern ernährt. Die Nahrungsverfügbarkeit hat sich drastisch verschlechtert. Ebenfalls finden Witterung und die Vogelgrippe Erwähnung, wobei ich hier nicht alle Aspekte teile.

Sehr ungewöhnlich in diesem Jahr ist für mich die doch hohe Anzahl von Totfunden, deren Ursachen nicht einwandfrei geklärt werden konnten. Ich liege mit Beginn Juni 2021 bei über zehn Individuen und es werden sicherlich noch weitere folgen. Mehrheitlich liegen die toten Bussarde, die innerhalb der letzten 6 - 9 Monate verendet sind, in Waldgebieten. Warum sollten nur die Mäusebussarde der Vogelgrippe zum Opfer fallen, aber nicht die Arten in ihrem unmittelbaren Umfeld mit ähnlichem Fressverhalten? Beispielsweise habe ich nicht einen toten Kolkraben gefunden, der die gleichen Bruthabitate nutzt wie der Mäusebussard.

Die Totfunde stammen übrigens nur aus Gebieten, in denen ich intensiver nach dem Uhu geschaut habe.
Hochgerechnet auf das Einzugsgebiet Tensfelder Au ist hier von 20-30 Bussarden auszugehen, die neben den hauptsächlichen Todesurasachen der vergangenen Jahre ( überwiegend Kollisionsunfälle und Prädation ) die Population deutlich schwächen.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass bis Mitte Juni prädierte Mäusebussarde durch Uhu oder Habicht in keinem Fall aufgefunden worden sind.

Fotostrecke - Auszug von Totfunden 2021
• Beschuss ( nachgewiesen )
• Kollision ( nachgewiesen )
• Ursache unbekannt
• Ursache unbekannt

Rotmilane 2021


In diesem Jahr wird der Rotmilan Schwerpunkt der Bestandserfassungen sein. Es ist mir eine Freude, die Brutbestände im Hinterland des Projektes Rotmilan SH zu erfassen.
Da wir bereits im Rahmen des Projektes Brutbestandserfassung des Mäusebussards in Schleswig Holstein direkt an der östlich angrenzenden Fläche die Rotmilane seit 2019 erfasst haben, wird auf diese Daten und Reviere aufgesetzt. Hinzu kommen dann noch die Daten der Bestandserfassungen außerhalb der Mäusebussard Untersuchungsfläche und voilá: Dann ist man auch schon in Ahrensbök.
230 km² frische Luft und über 20 potenzielle Reviere der Gabelweihe. Erfreulich sind hierbei natürlich auch immer Funde von neuen Rotmilanrevieren. Ich meine, das ich entgegen dem allgemeinen Trend bei dieser Art in 2021 doch tatsächlich die meisten neuen Reviere seit 2019 entdeckt habe.
Der Besatz der Reviere ist im März kontrolliert worden und nun geht es stringent durch den Sommer. Gucken wir den Roten also auf die Hosen und hoffen auf eine schöne Saison.

Brutbestandserfassung des Mäusebussards
in Schleswig Holstein

Blunkerbach Mäusebussard

Zusammen mit Ulla & Willfried Berger aus Schmalensee haben wir seit Ende 2018 dieses vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur-  und Digitalisierung ( MELUND ) in Auftrag gegebene Projekt unterstützt. Auftragnehmer war die OAG SH. Ziel war es, ein aktuelles Bild respektiv die Veränderungen der Bestandsentwicklung des Mäusebussard in Schleswig Holstein zu ermitteln. Weitere Infos im OAGSH Rundschreiben 03/2020.

Wir freuen uns, das die Ergebnisse im CORAX veröffentlicht werden und bedanken uns bei Birger Reibisch für sein Vertrauen und die wunderbare Zusammenarbeit.













Im Uhu Revier

Das Jahr 2020 war mein Uhu Jahr. Zugegeben: Die Uhusuche muß man mögen und hierbei sollte der Faktor Zeit auch eine eher untergeordnete Rolle spielen. Aber zu den schönsten Beobachtungen zählen sicherlich jene, die man erstmalig erleben darf. Und hierzu zählt für mich eindeutig meine erste Uhu Bodenbrut. Nur dank fachlich sehr versierter Unterstüzung habe ich diese Beobachtung durchgeführen können. Die Lernkurve hierbei war enorm und resultierte in diversen Uhu Revieren, die wir noch bis spät in den Sommer eindeutig identifizieren konnten.
Ein Uhu Erfahrungsbericht folgt hier zeitnah.






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Doppelter Halswirbelbruch

Ungewöhnlich war im Oktober 2020 der Fund eines Mäusebussards im ersten Kalenderjahr, der direkt unter einer Eiche auf einem Feldweg lag. Mäusebussarde fallen nicht einfach so vom Baum, was eine Untersuchung rechtfertigte. Augenscheinlich unversehrt und bestens genährt, zeigt das Röntgenbild einen doppelten Halswirbelbruch. Wie kann das passieren ?

Eine plausible Erklärung lieferte Uwe Robitzky: Ein anthropogener Eingriff hätte im Umfeld des Fundortes Spuren hinterlassen. Daher die Vermutung, das ein Uhu erfolglos versucht haben könnte, dem Mäusebussard den Kopf abzureissen und dabei gestört wurde. Und in der Tat gab es im Umfeld eine erfolgreiche Uhubrut. Eine Bestätigung hätte das Abbalgen des Tieres bringen können, dies ist aber nicht erfolgt.

Dennoch erfreulich, das hier schnell und pragmatisch entschieden worden ist, den Vogel auf eine mögliche Vergiftung untersuchen zu lassen - danke an alle Beteiligten !

Es gibt halt nichts, was es nicht gibt...

SEEADLER DRILLINGE 2020

Mehr geht nicht ! Seeadler Drillingen mal auf die Hosen geschaut, die erfreulicherweise auch alle ausgeflogen sind. Beabochtungen aus dem östlichen Hügelland in Schleswig-Holstein. Hier zu sehen, ein leichter Eintrag von Nistmaterial. Beute wäre natürlich schöner gewesen, das werde ich dann nachreichen.

Technik: Fujifilm X-T4 mit dem XF 100-400 mm F4.5-5.6 R LM OIS WR zuzüglich XF2X TC WR Telekonverter. 4K Aufnahme, auf Full HD eingedampft. In den ersten beiden Sequenzen ist die Geschwindigkeit auf 50 bzw. 25% reduziert worden.
Die Bedienung der Kamera erfolgte mittels Fernsteuerung, was die Beobachtung von einen anderen Standort ermöglicht hat.

Einer der Altvögel konnte anhand der Beringung identifiziert werden: Geboren im Jahr 2003 in Rieseby an der Schlei.