Home Of Accipitridae & Strigiformes

Viele Greifvogel- und Eulenarten gelten in Deutschland inzwischen als bedroht. Ein hoher und inzwischen auch regelmäßig nachgewiesener Verfolgungsdruck in Verbindung mit dem schwindenden Verlust geeigneter Lebensräume sind sicherlich die hauptsächlichen Faktoren in dieser negativen Entwicklung. Vermehrt werden Verluste und Rückgänge dokumentiert.

Exemplarisch wird auf diesen Seiten über die Bestände und Bruterfolge der im östlichen Hügelland von Schleswig-Holstein dominierenden Arten Mäusebussard, Rotmilan, Habicht, Uhu und dem Seeadler berichtet. Dies geschieht auf einer Referenzfläche von 125 km², die in dieser Form bisher nicht gesamtheitlich kartiert worden ist.

Im Rahmen dieser Kartierungen werden auch weitere Arten wie Rohrweihe, Wespenbussard, Sperber und Waldohreule angetroffen, allerdings nicht systematisch erfasst. 2020 erfolgte erstmal eine gesamtheitliche Kartierung des Kolkraben auf der Referenzfläche.

Erste knackscharfe Eindrücke aus der Blunkerbachniederung und entlang der Tensfelder Au sind in der im Aufbau befindlichen Galerie zu finden. Weitere Arten werden folgen. Bis dahin viel Freude an der frischen Luft und weiterhin schöne Beobachtungen.

Danke Spiegel TV & danke Hans !

Sehr positiv überrascht hat mich im August 2020 der Anruf von Gudrun Altrogge, die zwischenzeitlich für Spiegel TV eine umfängliche Reportage zu den vergifteten Rotmilanen in den Kreisen Segeberg und Plön seit 2018 produziert hat. Zusammen mit Hans Wirth ( Artenbeauftragter Rotmilan der OAG SH ) war es auch für mich eine Herzensangelegenheit, diesen Beitrag zu unterstützen. Die Ausstrahlung erfolgte am 21.09.2020.




CHRONOLOGIE EINER
ROTMILANVERGIFTUNG























TOTE ROTMILANE IM KREIS SEGEBERG GEBORGEN

Am 04.12.2020 wurde im Kreis Segeberg ein diesjähriger Rotmilan tot unter seinem Nistplatz aufgefunden. Das es sich hierbei nicht um einen unglücklichen Umstand gehandelt hat, konnte am 13.12. durch die Sichtung von weiteren Federn im Horst belegt werden.

Zusammen mit Ulla & Willfried Berger haben wir uns dann dazu entschlossen, am 20.12. eine Nachsuche in dem Gebiet durchzuführen und es gelang die Sichtung und Bergung eines weiteren Rotmilan im ersten Kalenderjahr, der unweit vom Nistplatz tot in einer Eiche hing. Beide Sichtungen rechtfertigten am 28.12. die Bergung von Überresten aus dem Horst, wodurch weitere Federn, Knochen und Beutereste sichergestellt werden konnten. Die Bewertung aller vorliegenden Funde durch Hans Wirth hat ergeben, das es sich um drei Rotmilane im ersten Kalenderjahr handelte, die alle Anfang Juli ums Leben gekommen sind.

Die Fundumstände untermauern, das es sich hier um eine Vergiftung des Rotmilanbrutpaares bzw. deren Nachwuchs gehandelt haben muß. Die Jungvögel waren zum Todeszeitpunkt bereits alle flugfähig, konnten sich aber noch nicht selbstständig mit Nahrung versorgen. Der Verbleib der Altvögel konnte nicht geklärt werden.

Durch die fortgeschrittene Mumifizierung wäre eine toxikologische Untersuchung zur Identifikation von Giftstoffen nicht erfolgversprechend gewesen. Der Vorgang wurde wegen des Verstoßes gegen § 71 BnatSchG mit dem Vorwurf eines besonders schwerem Fall der Jagedwilderei zur Anzeige gebracht.

Danke an alle offiziellen Stellen, Experten und Protagonisten, die hier tatkräftig mitgewirkt haben.

Update Februar 2021:
Die Staatsanwaltschaft Kiel hat zwischenzeitlich das Verfahren eingestellt, weil ein Täter nicht ermittelt werden konnte.
In dem Magazin „DP 02/21: 27-29“ ist der lesenswerte Artikel "Tatort Natur" von Franziska Baur erschienen, den ich freundlicherweise hier veröffentlichen darf und der sich aus bayrischer Sicht mit der illegalen Verfolgung oder Tötung geschützter Wildtiere und mit möglichen Lösungsansätzen befasst. www.tatort-natur.de

Fotostrecke:

• Reste einer Armschwinge auf dem Horst
• Totfund in der Eiche
• Totfund nach der Bergung
• Federfunde von zwei Rotmilanen im ersten Kalenderjahr















Brutbestandserfassung des Mäusebussards
in Schleswig Holstein

Blunkerbach Mäusebussard

Zusammen mit Ulla & Willfried Berger aus Schmalensee haben wir seit Ende 2018 dieses vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur-  und Digitalisierung ( MELUND ) in Auftrag gegebene Projekt unterstützt. Auftragnehmer war die OAG SH. Ziel war es, ein aktuelles Bild respektiv die Veränderungen der Bestandsentwicklung des Mäusebussard in Schleswig Holstein zu ermitteln. Weitere Infos im OAGSH Rundschreiben 03/2020.

Wir freuen uns, das die Ergebnisse im CORAX veröffentlicht werden und bedanken uns bei Birger Reibisch für sein Vertrauen und die wunderbare Zusammenarbeit.













Im Uhu Revier

Das Jahr 2020 war mein Uhu Jahr. Zugegeben: Die Uhusuche muß man mögen und hierbei sollte der Faktor Zeit auch eine eher untergeordnete Rolle spielen. Aber zu den schönsten Beobachtungen zählen sicherlich jene, die man erstmalig erleben darf. Und hierzu zählt für mich eindeutig meine erste Uhu Bodenbrut. Nur dank fachlich sehr versierter Unterstüzung habe ich diese Beobachtung durchgeführen können. Die Lernkurve hierbei war enorm und resultierte in diversen Uhu Revieren, die wir noch bis spät in den Sommer eindeutig identifizieren konnten.
Ein Uhu Erfahrungsbericht folgt hier zeitnah.






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Doppelter Halswirbelbruch

Ungewöhnlich war im Oktober 2020 der Fund eines Mäusebussards im ersten Kalenderjahr, der direkt unter einer Eiche auf einem Feldweg lag. Mäusebussarde fallen nicht einfach so vom Baum, was eine Untersuchung rechtfertigte. Augenscheinlich unversehrt und bestens genährt, zeigt das Röntgenbild einen doppelten Halswirbelbruch. Wie kann das passieren ?

Eine plausible Erklärung lieferte Uwe Robitzky: Ein anthropogener Eingriff hätte im Umfeld des Fundortes Spuren hinterlassen. Daher die Vermutung, das ein Uhu erfolglos versucht haben könnte, dem Mäusebussard den Kopf abzureissen und dabei gestört wurde. Und in der Tat gab es im Umfeld eine erfolgreiche Uhubrut. Eine Bestätigung hätte das Abbalgen des Tieres bringen können, dies ist aber nicht erfolgt.

Dennoch erfreulich, das hier schnell und pragmatisch entschieden worden ist, den Vogel auf eine mögliche Vergiftung untersuchen zu lassen - danke an alle Beteiligten !

Es gibt halt nichts, was es nicht gibt...

SEEADLER DRILLINGE 2020

Mehr geht nicht ! Seeadler Drillingen mal auf die Hosen geschaut, die erfreulicherweise auch alle ausgeflogen sind. Beabochtungen aus dem östlichen Hügelland in Schleswig-Holstein. Hier zu sehen, ein leichter Eintrag von Nistmaterial. Beute wäre natürlich schöner gewesen, das werde ich dann nachreichen.

Technik: Fujifilm X-T4 mit dem XF 100-400 mm F4.5-5.6 R LM OIS WR zuzüglich XF2X TC WR Telekonverter. 4K Aufnahme, auf Full HD eingedampft. In den ersten beiden Sequenzen ist die Geschwindigkeit auf 50 bzw. 25% reduziert worden.
Die Bedienung der Kamera erfolgte mittels Fernsteuerung, was die Beobachtung von einen anderen Standort ermöglicht hat.